Gibt es ein Leben ohne luftgekühlte Fahrzeuge?

                     Falls ja, macht das einen Sinn?

                             NEIN! Natürlich nicht!

 

 

Wie kommt man dazu einen Großteil seiner Freizeit und den ein oder anderen Euro in alte Volkswagen zu stecken?

 

Ist es die Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg, Wertsteigerung, das "schnelle Geschäft" um die dicke Kohle zu machen, oder ist man einfach nur vollkommen verrückt?

 

Manche sprechen ja davon, dass man "infiziert" oder "verstrahlt" sei!!!!!

 

Tatsächlich ist in den letzten Jahren ein riesiger Hype um die luftgekühlten VW´s entstanden der die Preise für einige Modelle und die dazugehörigen Ersatzteile in schwindelerregende Höhen getrieben hat. Da werden mittlerweile VW-Busse der ersten Serie für sechsstellige Beträge angeboten die vor 20 Jahren bestenfalls nur noch als Hühnerstall benutzt wurden. Für den Preis von vier Karmann-Kotflügeln (egal ob Typ 14 oder 34) kann man sich durchaus einen asiatischen Neuwagen kaufen. Nur soviel zum Thema Wirtschaftlichkeit.

 

Wie auch immer, ein alter VW hat auf jeden Fall ganz stark etwas mit Emotionen zu tun. Dies gilt gleichermaßen für die Besitzer wie auch für die Betrachter. Mit dem Käfer fing irgendwie alles an. Nicht nur die automobile Entwicklung bis zum erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten (muss ich hier Porsche extra erwähnen?) und das Wirtschaftswunder, nein auch die vielen persönlichen Geschichten die mit diesem Fahrzeug verbunden sind. Als langjähriger Besitzer alter Volkswagen kann man genau diese Geschichten in den leuchtenden Augen der Menschen sehen, wenn sie uns im heutigen Straßenverkehr und Einheitsdesign moderner Autos entdecken. Sicherlich gibt es kein anderes Fahrzeug mit dem man einfach so auf "offener" Straße, beim Tanken oder einkaufen angesprochen wird und Freude beim Betrachter auslöst. "Wir hatten damals auch so einen, nur in blau". "Unsere Nachbarn hatten sogar ein Cabrio". "Damit sind wir das erste Mal in Urlaub gefahren. Mit zwei Kindern bis an den Gardasee zum Camping! Was war das schön damals, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!"

 

Genau diese Geschichten und diese Menschen die man mit diesem wunderschönen Hobby kennenlernt, machen für uns die Faszination "Luftgekühlte Volkswagen" aus. Es ist schon fast unglaublich wie viele neue Bekannte und sehr gute Freunde wir in den letzten Jahren durch unser Hobby in Deutschland und Europa kennengelernt haben. Es ist halt einfach ein gewisser Schlag von Menschen, alle verstrahlt oder infiziert!

 

Da ist es wieder! Infiziert! Verstrahlt!

 

Mich hat der Virus erst mit 19 Jahren befallen obgleich ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der Käfer, Karmann, Typ 3 und Typ 4 noch zum alltäglichen Straßenbild gehörten. Der erste Käfer den ich fahren durfte war eine freundliche Leihgabe von meinem alten Kumpel Sepp, der mir einen orangen Käfer mit weißen Kotflügeln, Bilstein-Fahrwerk und Garfieldaufkleber am Heck zu Verfügung stellte um über den Winter zu kommen. Leider gibt es von dem Auto keine Fotos mehr. Was war das für ein Spaß mit dem Käfer im Winter um die Kurven zu düsen, meistens quer, und dann noch weiter zu kommen wo andere schon lange schieben oder aufgeben mussten. Einfachste, unkaputtbare Technik mit Fahrspaß ohne Ende. Der Virus fand erneut einen dankbaren Abnehmer!

 

Die erste eigene luftgekühlte Anschaffung war in den 80ern mein Kübelwagen. Hier eine Aufnahme von einem Sizilien-Urlaub.

 

 

 

Nach dieser Italien-Ausfahrt dachte ich, ich müsste den Kübel restaurieren und hab ihn tatsächlich komplett zerrupft, geschweißt und lackiert. Über die Farbauswahl kann man sich heute sicherlich köstlichst amüsieren, die 80er Jahre waren halt etwas bunter! :-) 

 

 

2003 war das dann auch nicht mehr so ganz zeitgemäß und wir haben uns entschlossen den Kübel zu verkaufen damit nun endlich Platz für ein Karmann Typ 14, ein langgehegter Traum, geschaffen wurde.

Fünf Jahre Später ging dann dieser Traum in Erfüllung und wir kauften uns eine Karmann-Baustelle. Hier bei Ankunft.

 

......und hier drei Jahre Später! Was in diesen drei Jahren passierte, kann man auf der Seite "Resto Karmann Typ 14" gut nachlesen.

 

Da der Karmann aber mittlerweile für uns Drei etwas zu eng geworden ist, lief mir, Mösi sei Dank, ein kleiner Nasenbär über den Weg der zukünftig das Platz- und Raumproblem meiner zwei Damen lösen soll.

Hier die neue Besitzerin als sie ihr Geburtstaggeschenk in Empfang nahm. Erkennt ihr den Virus???? Deutlicher geht´s kaum! :-)

Der 412er ist aber erst mal in der Warteschleife da uns zufällig in einer Scheune versteckt, ein kleiner süßer 63er Krabbler mit Faltdach über den Weg lief. Nun ja, was soll ich sagen? Voll verstrahlt halt! Den mussten wir doch aus seinem 20-jährigen Tiefschlaf holen und wieder auf die Straße bringen, oder?

 

Die Typ4 Ära ging leider im Juli 2016 zu ende noch bevor sie richtig begonnen hat. Das ganze Paket hat einen neuen Besitzer gefunden der unseren Nasenbären ein neues Zuhause gegeben hat. Der Eugen aus Salzburg kümmert sich nun darum.

Der Grund für den Verkauf war ein 66er Karmann Typ14 mit der Sonderausstattung Teak, der nun bei uns wohnt und auf seine Wiederbelebung wartet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So schaut´s aus im Hause Schneider mit unserem luftgekühlten Lebenslauf!

 

 

 

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